Mittwoch, Februar 11, 2026
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Pressefreiheit an der Tür: Warum der Rektor der Russisch-Tadschikischen Slawischen Universität einen Journalisten hinauswarf

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Ein Vorfall an der Russisch-Tadschikischen Slawischen Universität (Zweigstelle der Moskauer Staatlichen Universität in Duschanbe) hat erneut deutlich gemacht, wie verletzlich die Pressefreiheit und das Recht auf Informationszugang in Tadschikistan geblieben sind.

„Jeans und Turnschuhe“ als Grund für den Rauswurf

Nach Angaben von Augenzeugen wollte ein Journalist der Nachrichtenagentur Asia-Plus den neu ernannten Rektor der Universität, Ilhomuddin Ibrohimzoda, interviewen. Doch er wurde aus dem Gebäude verwiesen – angeblich wegen „unangemessener Kleidung“, nämlich Jeans und Turnschuhen.

Ein Universitätsmitarbeiter, Qudratullo Mirzoev, bestätigte gegenüber Asia-Plus, dass dies auf ausdrückliche Anweisung des Rektors geschehen sei. Dadurch konnte der Journalist keine Fragen stellen und der Öffentlichkeit keine Informationen über die Pläne des neuen Universitätsleiters vermitteln.

Ein klarer Verstoß gegen das Gesetz

Das Verhalten des Rektors verstößt gegen das Gesetz der Republik Tadschikistan „Über die Presse und andere Massenmedien“, insbesondere gegen:

  • Artikel 5 (b) – das Recht des Journalisten, Informationen von staatlichen Institutionen einzuholen und zu erhalten;
  • Artikel 7 – das ausdrückliche Verbot, Journalisten bei der Ausübung ihrer beruflichen Pflichten künstliche Hindernisse zu schaffen.

Darüber hinaus garantiert die Verfassung der Republik Tadschikistan (Artikel 30) jedem Bürger das Recht, Informationen frei zu suchen, zu erhalten und zu verbreiten.
Das Vorgehen des Rektors stellt somit nicht nur eine Missachtung dieser Rechte dar, sondern auch einen Angriff auf Transparenz und Meinungsfreiheit.

Universitäten sollten Orte der Offenheit sein

Eine Universität sollte ein Raum des Wissens, des Dialogs und der Offenheit sein.
Von einem akademischen Leiter wird erwartet, dass er demokratische Werte, freie Meinungsäußerung und Respekt gegenüber der Presse fördert – nicht einschränkt.

Wenn die Türen der Universität für Journalisten geschlossen werden, sind sie auch für die Gesellschaft verschlossen, die ein Recht darauf hat, zu erfahren, wie öffentliche Bildungseinrichtungen geführt werden.

In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit ohnehin eingeschränkt ist, sind solche „kleinen“ Fälle ein gefährliches Signal: Einschränkungen beginnen oft mit dem äußeren Erscheinungsbild – und enden mit dem Schweigen der Fragen.

Fehlstart eines neuen Rektors

Ilhomuddin Ibrohimzoda, der zuvor Direktor des Wissenschaftlich-Forschungsinstituts für Tourismus und Unternehmertum an der Internationalen Universität für Tourismus und Unternehmertum Tadschikistans war, sollte mit seiner Ernennung ein Symbol für Modernisierung und Offenheit werden.
Doch sein erster öffentlicher Schritt hat eher für Irritation als für Vertrauen gesorgt.

Die zentrale Frage bleibt:
Wenn ein Journalist wegen Jeans nicht eingelassen wird – was passiert dann mit Studenten, die „unbequeme“ Fragen stellen?


Dieser Vorfall ist kein bloßes Missverständnis. Er ist ein Test für die Rechtsstaatlichkeit und den tatsächlichen Zustand der Pressefreiheit in Tadschikistan.
Solange Journalisten wegen ihrer Kleidung ausgeschlossen werden, bleibt die Rede von Informationsfreiheit reine Theorie.

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