Dienstag, Februar 10, 2026
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Apple und Google warnen vor Spionageangriffen – Warum diese Bedrohung auch Tadschikistan betrifft

Dauer: ≈ 0 Min

Die Technologiekonzerne Apple und Google haben Anfang Dezember weltweit Warnmeldungen verschickt, nachdem Hinweise auf gezielte Cyberangriffe und den möglichen Einsatz kommerzieller Spionagesoftware aufgetaucht waren.

Unter den betroffenen Ländern nennt Google ausdrücklich auch Tadschikistan.

Die Warnungen werfen ernste Fragen auf: Wer sind die möglichen Ziele? Wer könnte hinter den Angriffen stehen? Und warum ist diese Gefahr besonders relevant für ein Land mit restriktiver politischer Umgebung wie Tadschikistan?


Warum ist das für Tadschikistan wichtig?

In vielen autoritären Staaten investieren Regierungen heute Millionenbeträge, um digitale Überwachungsinstrumente zu erwerben und damit:

  • Journalisten zu überwachen,
  • Oppositionelle zu verfolgen,
  • Aktivisten einzuschüchtern,
  • Kritiker zum Schweigen zu bringen,
  • politische Gegner zu identifizieren oder zu erpressen.

In Ländern wie Ägypten, Kasachstan und Saudi-Arabien wurde die Spyware Predator bereits nachweislich gegen Aktivisten und politische Gegner eingesetzt.

Vor diesem Hintergrund besteht berechtigter Anlass zur Sorge, dass ähnliche Technologien auch in Tadschikistan genutzt werden könnten – insbesondere angesichts:

  • bestehender staatlicher Kontrolle über das Internet,
  • dokumentierter Überwachung von Oppositionellen,
  • Einschränkungen unabhängiger Presse,
  • Fälle von digitaler Einschüchterung im In- und Ausland.

Warum betrifft das Tadschikistan direkt?

Google erklärte offiziell:

„Mehrere hundert Konten in verschiedenen Ländern wurden kompromittiert – darunter auch in Tadschikistan.“

Das lässt verschiedene Szenarien zu:

1 ▪ Tadschikische Bürger könnten Opfer der Spionage geworden sein.

Dabei kann es sich handeln um:

  • Journalisten,
  • Aktivisten,
  • Migranten im Ausland,
  • politisch engagierte Personen.

2 ▪ Es ist möglich, dass staatliche oder staatsnahe Strukturen in Tadschikistan selbst Zugriff auf Predator geprüft oder genutzt haben.

Dies ist keine direkte Behauptung, aber vor dem Hintergrund internationaler Praxis ein plausibles Szenario.

3 ▪ Nutzer im Ausland, die tadschikische Telefonnummern oder Accounts verwenden, können ebenfalls betroffen sein.

Google nennt keine konkreten Namen oder Berufsgruppen.
ABER: Basierend auf globalen Untersuchungen ist klar, wer üblicherweise im Visier solcher Angriffe steht.


Wer sind typischerweise die Ziele von Predator?

Aus den Analysen von Citizen Lab, Amnesty Tech und internationalen Medien ergibt sich ein eindeutiges Muster:

Predator wird fast immer eingesetzt gegen:

  • Journalist*innen,
  • Oppositionelle,
  • Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger,
  • Personen, die die Regierung kritisieren,
  • politische Personen,
  • Menschen, die für Sicherheitsdienste von Interesse sind.

Es handelt sich also nicht um breit gestreute Angriffe, sondern um hochpräzise Operationen, die pro Ziel mehrere Zehntausend Euro kosten.


Was bedeutet das für Nutzer aus Tadschikistan?

Wenn jemand eine Warnmeldung von Apple oder Google erhalten hat, gilt Folgendes:

1. Das ist äußerst ernst.

Diese Warnungen werden nur verschickt, wenn konkrete Hinweise auf eine staatlich unterstützte oder professionelle Spionageoperation vorliegen.

2. Die Attacke war mit hoher Wahrscheinlichkeit gezielt.

Solche Angriffe sind teuer und werden nicht gegen zufällige Menschen eingesetzt.

3. Personen im politischen oder journalistischen Umfeld haben ein besonders hohes Risiko.

Dazu gehören:

  • Journalist*innen,
  • Mitarbeitende von NGOs,
  • Mitglieder der Diaspora- oder Oppositionsbewegungen,
  • Personen, die öffentlich Kritik äußern,
  • Aktivisten und Blogger.

4. Die Bedrohung ist real und durch führende Tech-Konzerne bestätigt.


Was soll man tun, wenn man eine Warnmeldung erhält?

✔️ Sofort iPhone/Android aktualisieren
✔️ Alle Passwörter ändern
✔️ Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
✔️ SIM und eSIM überprüfen
✔️ Unbekannte Apps löschen
✔️ Keine Links aus unbekannten Quellen öffnen

Für besonders gefährdete Gruppen wird empfohlen, Kontakt mit Organisationen wie Access Now, Amnesty Tech oder Citizen Lab aufzunehmen.


Was berichten die internationalen Medien über Predator und Intellexa?

Die Software Predator gehört zu den gefährlichsten Spionagewerkzeugen der Welt.
Nach der Infektion kann der Angreifer:

  • WhatsApp, Telegram, Signal vollständig mitlesen,
  • Kamera und Mikrofon unbemerkt aktivieren,
  • Passwörter und Zugangsdaten abfangen,
  • Standortverläufe verfolgen,
  • Dateien, Fotos und Videos herunterladen,
  • das gesamte Smartphone fernsteuern.

Intellexa, die Firma hinter Predator, steht unter US-Sanktionen, da ihre Technologie mehrfach gegen:

  • Journalisten,
  • Regierungsmitarbeiter,
  • Oppositionsgruppen

eingesetzt wurde.


Fazit: Eine Warnung, die niemand ignorieren sollte

Angesichts der internationalen Beispiele aus Ägypten, Kasachstan und anderen autoritär regierten Staaten ist es durchaus möglich, dass ähnliche Technologien auch in Tadschikistan genutzt oder getestet werden.

In einem politischen System, in dem:

  • kritische Stimmen verfolgt werden,
  • Medien kontrolliert werden,
  • digitale Überwachung dokumentiert ist,

besteht das Risiko, dass persönliche Daten – Fotos, Chats, Videos und Passwörter – für Druck, Einschüchterung oder Kontrolle missbraucht werden könnten.

Digitale Sicherheit wird zunehmend eine Frage des persönlichen Schutzes – besonders для журналистов, активистов und представителей Opposition.

TajNews wird die Entwicklung aufmerksam weiter verfolgen.

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