Mittwoch, Februar 11, 2026
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Eltern eines Soldaten in Kulob warnen: „Das Leben unseres Sohnes ist in Gefahr“ – Militärbehörden schweigen

Dauer: ≈ 0 Min

In Kulob sorgt ein besorgniserregender Fall erneut für Diskussionen über die Einberufung gesundheitlich angeschlagener junger Männer in die Armee und wirft Fragen über den Umgang der Militärbehörden mit den Rechten und der Sicherheit von Soldaten auf.

Die Familie von Iso Isozoda, einem tadschikischen Soldaten, behauptet, dass ihr Sohn an schwerer Epilepsie leidet und die Fortsetzung seines Militärdienstes lebensgefährlich sein könnte – sowohl für ihn selbst als auch für andere.

Trotz vorgelegter ärztlicher Unterlagen, Videoaufnahmen seiner Anfälle und offizieller Beschwerden haben die Militärbehörden bisher keinerlei Maßnahmen ergriffen.

„Sein Zustand verschlechtert sich jeden Tag“

Iso Isozoda wurde vor nur einem Monat vom Wehrkommissariat des Bezirks Vose in eine Militäreinheit in Kulob eingezogen. Laut seinen Angehörigen leidet er bereits seit mehreren Jahren an Epilepsie.

Sein Vater, Sadridin Murodov, sagte im Gespräch mit Radio Ozodi:

„Wenn mehrere Personen ihn nicht festhalten, verletzt er sich selbst. Einige Anfälle sind sogar vor den Augen der Kommandeure passiert. Sein Zustand wird täglich schlechter.“

Murodov hat sich an die Militärstaatsanwaltschaft des Kulob-Garnisons gewandt, aber nach seinen Angaben bislang keinerlei Antwort erhalten.

Krankheit bekannt, aber nicht registriert – warum?

Die Familie erklärt, dass die Symptome bereits vor zwei Jahren auftraten. Iso stand unter ärztlicher Beobachtung, wurde jedoch nie offiziell in einer Klinik registriert – und genau dies habe laut Angehörigen dazu geführt, dass er als „gesund“ eingestuft und zur Armee geschickt wurde.

Seine Mutter, Bibisoro Murodova, berichtet:

„Wir haben ihn nach den Empfehlungen der Ärzte behandelt, auch zu Hause. Aber er wurde nicht gesund. Sobald er nervös wird, bekommt er wieder einen Anfall.“

Die Familie betont, dass sie nicht grundsätzlich gegen den Militärdienst ist. Sie verlangen jedoch, dass ihr Sohn zunächst medizinisch behandelt und unter ärztliche Aufsicht gestellt wird.

Was sagen die Behörden? Schweigen statt Antwort

Seit dem 17. November hat die Staatsanwaltschaft nicht auf die Beschwerde der Eltern reagiert.
Firus Radzabzoda, der Militärstaatsanwalt des Kulob-Garnisons, beantwortete auch die Fragen der Journalisten nicht.

Die Leitung der Militäreinheit wollte sich ebenfalls nicht äußern. Lediglich der stellvertretende Kommandeur, Bahodur Abdulhakzoda, sagte in einem kurzen Telefongespräch:

„Das müssen Sie die Ärzte fragen.“

Dabei wird in dem medizinischen Dokument, das die Familie vorgelegt hat, klar darauf hingewiesen, dass im Gehirn des Soldaten schwere Veränderungen festgestellt wurden und ein hohes Risiko für wiederkehrende epileptische Anfälle besteht.

Familie fordert unabhängige medizinische Untersuchung

Die Angehörigen haben Videoaufnahmen und ärztliche Berichte vorgelegt und verlangen, dass Iso Isozoda vorübergehend vom Dienst freigestellt und von einem unabhängigen Ärzteteam untersucht wird.

Sie warnen, dass jeder weitere Tag in der Militäreinheit zu einer Tragödie führen kann.

Der Fall Isozoda wirft politische Fragen auf

Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund jahrelanger Kritik an der Wehrpflicht in Tadschikistan:

  • zwangsweiser Einzug junger Männer,
  • unzureichende medizinische Untersuchungen,
  • Verschweigen bestehender Krankheiten,
  • Todesfälle in den Streitkräften.

Bereits im Jahr 2016 kritisierten staatliche Stellen das Gesundheitswesen dafür, dass kranke junge Männer fälschlicherweise für diensttauglich erklärt wurden.

Die zentrale Frage lautet:

Warum gibt es in Tadschikistan noch immer keinen Mechanismus, der junge Männer mit schweren Erkrankungen zuverlässig vor dem Militärdienst schützt?

Der Fall von Iso Isozoda ist nur ein weiteres Beispiel für ein strukturelles Problem, das sich von Jahr zu Jahr wiederholt und für zahlreiche Familien tragische Folgen haben kann.

TajNews verfolgt den Fall weiter.

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